Das große Finale der Mauersegler

14. Juli 2026: Das große Finale der Mauersegler (Apus apus) beginnt jetzt im Juli.

An warmen Tagen sind sie insbesondere in der Nähe ihrer Brutplätze zu beobachten, wo sie morgens und abends in Schwärmen von 20 und mehr in der Luft ihre rasanten Flugspiele und Verfolgungsflüge vollführen. Wie kleine Torpedos sausen sie dann um Häuser und entlang der Straßen und erreichen dabei Fluggeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Dabei stoßen sie ihre charakteristischen Sriii-Rufe aus. Diese „Screaming“-Partys dienen dem sozialen Zusammenhalt. Viele Menschen verbinden diese Rufe mit dem Gefühl: Der Sommer ist da!

Es wird nicht mehr lange dauern, dann kommt der Nachwuchs hinzu. Die Eltern haben rund 3 Wochen gebrütet und anschließend rund 4 Wochen lang gefüttert. Sind die Jungen dann endlich flügge, fliegen sie meist in den Abendstunden aus, sind sofort selbstständig und verbringen gleich die erste Nacht in der Luft. Anfang bis Mitte August verlassen uns die Mauersegler und ziehen in ihre Überwinterungsgebiete südlich der Sahara.

Sie sehen zwar aufgrund ihrer Flügelform den Schwalben ähnlich, gehören aber zu den sogenannten Seglern und sind mit 40 g fast doppelt so schwer wie Rauchschwalben. In den Monaten, in denen sie nicht brüten verbringen die Mauersegler über 99 % der Zeit in der Luft. Erst Ende April kehren sie nach 200.000 Flugkilometer wieder in unsere Region an ihren gewohnten Brutplatz zurück, um für die nächste Generation zu sorgen.

Im Landkreis Altötting sind Mauersegler noch in zahlreichen meist älteren Siedlungsgebieten, aber auch vereinzelt in landwirtschaftlichen Gebäuden zu finden. Als sogenannte Kulturfolger nutzen sie die Spalten, Simse und Ritzen im Bereich der Dachtraufe oder am Ortgang als Brutplätze. Die heute übliche Bauweise lassen entsprechende Höhlungen leider nur noch selten zu. Zudem werden durch Abriss und (Dach-)Sanierung nicht selten bestehende Brutplätze bewusst oder unbewusst beseitigt. Mauersegler leiden daher in unseren Städten und Siedlungen zunehmend unter Wohnungsnot. Der Verlust an Brutplätzen gilt als eine Ursache für ihren teils dramatischen Rückgang in den letzten Jahren.

Der Schutz der Mauersegler ist daher nicht nur eine moralische, sondern ist auch eine artenschutzrechtliche Verpflichtung. Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden mit Mauerseglervorkommen sind daher sensibel. Die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Altötting rät alle Maßnahmenträger im Fall einer anstehenden Sanierung, sich rechtzeitig beraten zu lassen. Denn in den meisten Fällen können gute Lösungen gefunden werden, um die Brutplätze zu erhalten oder auch neuen „Wohnraum“ zu schaffen.

Über die Untere Naturschutzbehörde können alle Mauersegler-Liebhaber eine Plakette „Mauersegler willkommen“ beziehen. Weitere Informationen und Hilfestellungen erteilt die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt maximilian.steurer@lra-aoe.de; 08671 502-767).

TIPP: Kästen können neue Brutplätze für Mauerseglern bieten. Hierbei ist jedoch bei der Montage einiges zu beachten, damit sie angenommen und nicht zu einer Hitzefalle aufgrund steigender Sommertemperaturen werden:

·     Kästen in der Nachbarschaft bestehender Kolonien werden schneller angenommen

·     mit einer Klangattrappe können vorbeifliegende Vögel angelockt werden

·     unterhalb eines Überstandes / Dachvorsprungs (Hitze- und Nässeschutz), Südseite unbedingt vermeiden

·     an Ecken und Vorsprüngen, im Bereich von Dachrinne, Fallrohr, Giebel, Traufkasten, Hausecke

·     je höher desto besser, freier Anflug von allen Seiten (mind. 3 m)

·     Wichtig: nur dort anbringen, wo sie langfristig hängen bleiben können!! Wartung / Säuberung sind nicht notwendig